wolfserwarungsland-teaser
Theaterstück 2018

Als „Wolfserwartungsland“ werden Regionen bezeichnet, die für eine Wiederansiedlung des Wolfs günstige Bedingungen bieten. Eine solch strukturschwache, naturbelassene Gegend wird in Florian Wackers gleichnamigem Theaterdebüt zum Schauplatz für eine Handvoll Figuren, die schon bessere Tage gesehen haben – genau wie das abgelegene Hotel, in dem sie einander begegnen.

Dem Wirt Roman ist die Anwesenheit seiner Geliebten und Angestellten Juliette, für die er den Wolf töten möchte, zum Leben genug. Juliette wiederum, die es in die Stadt zieht, nimmt es mit der Treue nicht so genau. Und Jockel, der beobachtende Dauergast, sitzt und trinkt. Die Atmosphäre des Wartens und Erwartens endet mit der Ankunft zweier Fremder: des vermeintlichen Jägers Viktor und des Spekulanten Wolf.

Mit geformter Sprache, absurder Komik und surrealen Elementen wirft „Wolfserwartungsland“ den Blick auf einen öden Landstrich, an dem der Wohlstand über die entfernte Schnellstraße vorbeigefahren ist und wo die Menschen, aufgrund von Perspektivlosigkeit und Desillusionierung, einander zu Wölfen werden.

Das Stück hatte am 23. März 2018 am Schauspiel Leipzig Premiere, Regie Gordon Kämmerer. Zeitgleich ist es im Verlag der Autoren als Buch erscheinen.

  • Theaterstück
  • Besetzung 1D – 4H
  • UA: Schauspiel Leipzig, 23. März 2018
  • Verlag der Autoren 2018
  • ca. 80 Seiten
  • Broschur
  • ISBN 978-3-88661-387-8
Stimmen
  • Da die Kaltschnäuzigkeit aber ironisch textklug und schön bizarr auf diese Schädelstättenbühne kommt, bleibt man bis zum Schluss so erheitert wie verstört dabei. – Sächsische Zeitung
  • Ein kleines Theaterwunder, denn es gelingt diesen Text aufzubrechen, zu zerlegen, in kleine Portionen, oft Monologe, und es wirkt dann auch so, als ob hier nicht die Personen sprechen, sondern als ob aus ihnen gesprochen wird, so wie ein Puzzle der Erinnerungen – MDR Kultur
  • Diese Trostlosigkeit bestimmt Wackers Text und die Inszenierung. Es geht um das Gefühl den eigenen Platz in der Welt nicht zu kennen, deshalb wird das Stück bei Kämmerer zu einem Testlauf für die Figuren, die beständig versuchen sich zu verorten und Bedeutsamkeit zu erfahren. – Deutschlandfunk
  • Das Animalische im Menschen triumphiert. Ein vielsagender Ausgangspunkt in grotesker Bildhaftigkeit. – Leipziger Volkszeitung
  • Das ist (...) in feiner, anspielungsreicher Sprache umgesetzt. – reihesiebenmitte.de