02. Juli 2018 Aussenwelt

Zuerst der Anruf ("Spreche ich mit Florian Wacker? Herzlichen Glückwunsch..."), dann ein paar Tage später der Brief ("Sehr geehrter Herr Wacker, ich freue mich Ihnen mitzuteilen...") und die Gewissheit: Da will dich keiner auf den Arm nehmen, es ist wirklich ernst gemeint. So oder ähnlich muss es sich also anfühlen, ein Schriftsteller zu sein: Der Anruf, der Unglauben, der Brief, die Gewissheit. So oder ähnlich läuft es doch auch beim Bachmannwettbewerb und lief es die letzten Jahre beim Nobelpreis. Bei mir ist es nicht Klagenfurt oder Stockholm, die anrufen, es ist Wiesbaden.

Robert Gernhardt Preis 2018, benannt nach dem 2006 verstorbenen Autor, Zeichner und Maler Robert Gernhardt, dessen Gedichte mir bis jetzt nur ab und zu über den Weg liefen und den ich nun auf jeden Fall näher kennenlernen will. Ein Preis für Autoren mit Hessen-Bezug für ein noch zu stemmendes Werk. In meinem Fall heißt das Projekt "Dikson" und erzählt die Geschichte von zwei Mitgliedern einer norwegischen Arktisexpedition, die im Jahr 1919 in Nordsibirien spurlos verschwanden.

Für die Genese des Textes spielt der Preis erst einmal keine Rolle – ich würde ihn so oder so schreiben. Aber was der Preis tut: Er gibt mir Bestätigung, Sicherheit (auch finanziell), und sperrt die dunkel nagenden Zweifel in die Besenkammer, die sich mit jedem neuen Projekt immer wieder heranschleichen. Deshalb: Ich bin dankbar und freue mich sehr! Die Preisverleihung findet am 28. August 2018 im Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt statt.

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Hallo, ich bin im Fernsehen – Hessenschau vom 02. Juli 2018