Als „Wolfserwartungsland“ werden Regionen bezeichnet, die für eine Wiederansiedlung des Wolfs günstige Bedingungen bieten. Eine solch strukturschwache, naturbelassene Gegend wird in Florian Wackers gleichnamigem Theaterdebüt zum Schauplatz für eine Handvoll Figuren, die schon bessere Tage gesehen haben – genau wie das abgelegene Hotel, in dem sie einander begegnen.
Dem Wirt Roman ist die Anwesenheit seiner Geliebten und Angestellten Juliette, für die er den Wolf töten möchte, zum Leben genug. Juliette wiederum, die es in die Stadt zieht, nimmt es mit der Treue nicht so genau. Und Jockel, der beobachtende Dauergast, sitzt und trinkt. Die Atmosphäre des Wartens und Erwartens endet mit der Ankunft zweier Fremder: des vermeintlichen Jägers Viktor und des Spekulanten Wolf.
Mit geformter Sprache, absurder Komik und surrealen Elementen wirft „Wolfserwartungsland“ den Blick auf einen öden Landstrich, an dem der Wohlstand über die entfernte Schnellstraße vorbeigefahren ist und wo die Menschen, aufgrund von Perspektivlosigkeit und Desillusionierung, einander zu Wölfen werden.
- UA: Schauspiel Leipzig, 23. März 2018
- Website Schauspiel Leipzig
- Verlag der Autoren 2018
- 83 Seiten
- Broschur
- ISBN 978-3-88661-387-8